Fisher-Yates Test einseitig

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MaximMajakowski
Beiträge: 4
Registriert: 21.06.2013, 10:21

Fisher-Yates Test einseitig

Beitrag von MaximMajakowski »

Hallo :-),

ich habe folgende Situation. Ich möchte zwei Gruppen, bedingt durch eine Unterschiedshypothese vergleichen. Bei den Gruppen ist die Größe aber stark inhomoge (4 zu 30). Die Abhängige Variable wurde auf einer 7ner Intensitätsskala erhoben (eig. Intervallskaliert), aber ich würde wegen der Gruppengrößen nichtparametrisch auswerten wollen.
Die Hypothese konnte theoriebedingt gerichtet formuliert werden. Jetzt ist nur das Problem, dass ich nicht weiß ob ich bei der SPSS Ausgabe des Fisher-Yates Tests einfach den exakten p-Wert halbieren darf wenn ich einseitig teste. SPSS gibt hier ja leider keinen exakten einseitigen Wert aus, oder geht das doch? Kann mir da jemand weiterhelfen? Wenn ich p nicht halbieren darf gibt es eine Formel, mit der ich den zweiseitigen p wert "umwandeln" kann?

Liebe Grüße,
Generalist
Beiträge: 1733
Registriert: 11.03.2010, 22:28

Beitrag von Generalist »

Vermutlich ist es nicht angebracht, die Nullhypothese einseitig zu formulieren. Zumindest sieht man höchst selten eine stichhaltige Begründung. Dass die Forschungshypothese gerichtet ist, ist keine ausreichende Begründung.

Der gängige Test für 2 Gruppen mit einer ordinalskalierten Kriteriumsvariable ist der Mann-Whitney U-Test.
MaximMajakowski
Beiträge: 4
Registriert: 21.06.2013, 10:21

Beitrag von MaximMajakowski »

Herzlichen Dank für Ihre Antwort. Ich bin noch Student und hoffe man verzeiht mir die ein oder andere Fehlannahme. Die Nullhypothese wäre doch, es gibt keinen signifkanten Unterschied zwischen den Gruppen? H1 lautet also dann, unter den Gruppen gibt es einen Unterschied und zwar, dass die kleinere Gruppe im "Merkmal" unter der großen Gruppe liegt. Ich richte H1 weil es zu dem Thema bereits eine bekannte Studie (Komödien nutzung in Abhängigkeit des weiblichen Zyklus - Dolf Zillmann) gibt, die Effekte in eben diese Richtung fand. Auch habe ich die Hypothese aus einer großen Theorie der Medienpsychologie abgeleitet (Mood Management). Sind das keine stichhaltige Begründung? Die kleinere Gruppe hat keine Varrianz, da alle Versuchsteilnehmer den selben Wert angaben. Unter diesen Vorraussetzungen müsste der Mann-Whitney U-Test doch zu liberal werden? Ich persönlich, bin aktuell der Meinung, dass der Fisher-Yates hier einfach den "sichersten" Test darstellt. Lasse mich aber von Ihnen oder anderen gerne vom Gegenteil überzeugen. Und hoffe, falls es auf meine obige Frage eine Antwort gibt, dass mir das auch noch jemand beantworten kann :-).
MaximMajakowski
Beiträge: 4
Registriert: 21.06.2013, 10:21

Beitrag von MaximMajakowski »

sorry Doppelpost
Generalist
Beiträge: 1733
Registriert: 11.03.2010, 22:28

Beitrag von Generalist »

Du hast eine Begründung geliefert, warum die Arbeitshypothese ("H1") gerichtet ist. In sehr vielen Studien gibt es gerichtete Arbeitshypothesen, aber nur in wenigen gibt es einseitige Hyothesentests. Das eine ergibt sich nicht aus dem anderen, es sind unterschiedliche Arten von Hypothesen. Vgl. zum Thema die Frage 3 in http://www.uni-graz.at/ilona.papousek/t ... s/faq.html

Was den Test angeht, ein Hinweis auf die fehlende Varianz in einer Gruppe wäre hilfreich gewesen. Wieso der U-Tests dabei zu liberal werden sollte, ist mir allerdings nicht bekannt.
MaximMajakowski
Beiträge: 4
Registriert: 21.06.2013, 10:21

Beitrag von MaximMajakowski »

Ok, dankeschön :-). Trotzdem würde es mich aber noch interessieren ob ein einseitiger Test überhaupt möglich ist.

Leider habe ich keine Zeit Ihnen die Stelle bei Hayes (2000) zu suchen, da die Arbeit in der ich die Hypothese formuliert habe in einer Woche abgegeben werden muss:

"Der Wilcoxon-Rangsummen-Test bzw. der U-Test
setzen voraus, dass das Merkmal X in der Population
stetig ist. Die Verteilung darf dabei von der Normal-
verteilung abweichen, die Verteilungsform muss je-
doch in beiden Teilpopulationen gleich sein. Der Test
wird zu liberal, wenn sich die Varianzen zwischen
den Stichproben unterscheiden (Hayes,
2000, zit. nach Eid, Gollwitzer und Schmitt, 2011, S. 322)."
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