Hallo!
Eigentlich habe ich ein recht minimales Problem, bzw. entweder einen unschönen Gedankenfehler oder mein Lehrveranstaltungsleiter irrt sich, wovon ich nicht ausgehe.
Wir haben eine Hausaufgabe bekommen:
Im Allbus 2006.sav wird auch die Einstellung gegenüber Ausländern abgefragt (v67-v74). In der Einstellungsforschung ist bekannt, dass Personen, welche wenig Erfahrungen mit Ausländern machen, mehr Vorurteile und deshalb meist negativere Einstellungen gegenüber Ausländern haben. Die Variable v51 erfasst den persönlichen Kontakt mit Ausländern im Freundeskreis.
Ich habe beschlossen einen unabhängigen t Test anzuwenden, weil es zwei "unabhängige Stichproben" sind und die Variablen metrisch.
Im Spss kommt man (meines ist englisch, das behagt mir mehr) via analyse - compare means - independent samples t test ...
nun habe ich die 8 Variablen bei Test Variables eingefuegt und die Variable v51 bei grouping variable.
1. Problem - man muss dann ja noch auf "define groups"... ich habe 1 und 2 eingegeben und wohl per Zufall war das richtig, denn in der ausgegebenen Tabelle ist das "ja" und "nein"... ein Studienkollege hat notiert "gruppenvariable ist die av (die ja dichotom ist)" -> und nun kommt mein problem, dem folgend ist die Gruppenvariable die v51 und die AV.
Also die abhaengige Variable.
Wir haben nun eine Loesung ins Netz gestellt bekommen (bzw. wie die Tabellen auszusehen haben und was wir als Antwort schreiben sollen).
Ich habe die Aufgabe aber so verstanden
"In der Einstellungsforschung ist bekannt, dass Personen, welche wenig Erfahrungen mit Ausländern machen, mehr Vorurteile und deshalb meist negativere Einstellungen gegenüber Ausländern haben." -> sprich die Erfahrung mit Auslaendern beeinflust (!) die Einstellung. die Einstellung ist also abhaengig von den Erfahrungen, und es ist ja so, dass die 8 variablen die Einstellungen sind. Also habe ich angenommen, dass diese die abhaengigen Variablen sind (was komisch ist, weil normal gibt es doch nur eine av...) und die erfahrung die v51 die unabhaengige, weil die ja nicht von den 8 beeinflusst wird (?)
Und nun ist es aber in der Loesung so wie mein Kollege notiert hat, die v51 ist die abhaengige Variable.
Kann mir jemand erklaeren wieso?
Ich lasse mir ja einreden, dass die Einstellung zu Auslaendern (woher auch immer sie kommen mag...) dann tatsaechlich den Kontakt beeinflusst, also man eine negative einstellung hat und keinen kontakt will, aber in der aufgabe ist das ja eigentlich andersrum formuliert.
und: im spss kommen dann oder die uvs immer dort hin wo "test variable(s)" steht? und die av zu grou variable?
Ich hoffe mein Problem ist einigermassen verstaendlich :/
(bzw. ist es ueberhaupt von relevanz, sagt mein kollege naemlich, zwischen uv und av zu unterscheiden?
-> woher weiss ich welche variable(n) zu test variables kommen? zb wenn ich nur 2 variablen insgesamt habe und nicht mehr?)
Danke!!!
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melitta
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drfg2008
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re
Im Allbus 2006.sav wird auch die Einstellung gegenüber Ausländern abgefragt (v67-v74). In der Einstellungsforschung ist bekannt, dass Personen, welche wenig Erfahrungen mit Ausländern machen, mehr Vorurteile und deshalb meist negativere Einstellungen gegenüber Ausländern haben. Die Variable v51 erfasst den persönlichen Kontakt mit Ausländern im Freundeskreis.
Der ALLBUS nutzt so genannte Designs, und das wird wahrscheinlich auch hier der Fall sein. Leider liegt mir der ALLBUS 2006 nicht vor. Designs sind entsprechend der (klassischen) Testtheorie gebildet (-> Lienert / Raatz, siehe Reliabilität von Designs). Wie die Variablen allerdings codiert sind, ergibt sich aus der Schilderung nicht. Vermutlich handelt es sich dabei um Zustimmungsskalen für die Einstellungsvariablen v67 - v74 (Likertskala). Die Variable v51 ist auch nicht beschrieben. Vermutlich wird es auch hier mehr als zwei Kategorien geben.
Die Antwort hängt von der Exaktheit der Fragestellung ab. Stellt man auf die Fragestellung (siehe oben) ab, dann könnte dies als Hypothese eines Zusammenhangs interpretiert werden. Leider ist die Fragestellung nicht wirklich präzise. Ein Zusammenhang könnte hier vorbehaltlich der mir jetzt nicht genau bekannten Codierung recht einfach über eine Korrelation geprüft werden (Pearson oder Spearman, ggf. Kendall).
Im Fall eines t-Tests könnten zwei Gruppen gebildet werden: Solche mit wenigen Kontakten und solche mit mehr Kontakten. Diese Gruppenvariable würde bei SPSS eben auch als Gruppenvariable eingesetzt, die Einstellungsvariablen v67-v74 könnten dann entweder einzeln getestet werden (Testvariablen) oder, da sie vermutlich ein konsistentes Design darstellen, als Summe zusammengefasst werden und dann als Testvariable auf Unterschied der Lage getestet werden.
Beide Varianten weisen das Problem auf, dass nicht wirklich der kausale Hintergrund geklärt wird. In der Gruppenbildung wird nicht nur eine Variable variiert (Kontakt: ja/nein), sondern es werden viele weitere Variablen einen Einfluß auf das Stimmungsbild besitzen (Alter, Bildung, Ost/West, ...). Zur Präzisierung der Fragestellung müsste auch geklärt werden, wer überhaupt gefragt wird (deutsche Staatsangehörige, falls ja, wie lange besteht die Staatsangehörigkeit ... ). Und dass man in Deutschland keinen Kontakt zu "Ausländern", also Personen ohne deutsche Staatsangehörigkeit haben können sollte, scheitert spätestens im Urlaub, meist aber bereits an der nächsten Ampel.
drfg2008



