Dateneingabe - Spearman-Korrelation und noch ein paar Fragen

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ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Dateneingabe - Spearman-Korrelation und noch ein paar Fragen

Beitrag von ria »

Hallo :D

Wie die meisten unerfahren neulinge hier im Forum schreibe ich gerade an meiner Diplomarbeit und komme nicht drumrum meine Daten mit SPSS auszuwerten. Bei mir geht es um die Nutzung eines Programmes für Genossenschaften.
Ich habe eine These, die ich mit Hilfe meiner Daten gern beweisen möchte, mein größtes Problem ist wohl die Dateneingabe.

Also meine These: Je aktiver der Chef der Genossenschaft das Programm nutzt, desto intensiver nutzen es auch die Mitarbeiter.

Insgesamt habe ich 10 Genossenschaften mit 156 Mitarbeitern + 10 Chefs. Die Mitarbeiter kann ich den Chefs genau zuordnen und ich habe auch die Daten der einzelnen Aktivitäten der 166 Personen.

Also zum Beispiel:
Chef der Genossenschaft 1: 154 Aktivitäten mit dem neuen Programm
Mitarbeiter1 der Geno 1: 200
Mitarbeiter2 der Geno 1: 3
usw.

ich möchte also nun herausfinden, ob die Aktivität der Mitarbeiter durch die Aktivität des Chefs beeinflusst wird und denke mit einer Spearman-Korrelation sollte das klappen, oder?

Wie genau gehe ich da jetzt vor? (edit: Bilder einfügen scheint irgendwie nicht zu klappen, deswegen mal meine selbstgebastelte tabelle...) meine Datenansicht sah bisher so aus:

chef______firma_____aktivität
2__________1_______245
1__________1_______300
2__________1_______50
2__________2_______39
1__________2_______54
2__________2_______654


bei "Chef" steht 2 für Mitarbeiter und 1 für Chef
die einzelnen Firmen habe ich nummeriert von 1 bis 10

ich bin nicht sicher ob ich die Spalte "Firma" nicht löschen kann und alle Firmen mit einmal testen kann oder ob ich das für alle Firmen einzeln machen muss.

Wenn ich für alle Daten zusammen eine Spearman-Korrelation durchführe habe ich eine Signifikanz von 0,047. es würde also einen Zusammenhang geben und meine These wäre bestätigt, oder?

Ok, ich hätte zwar noch mehr Fragen, aber es wäre toll wenn diese erstmal beantwortet werden.

Vielen Dank im Voraus.
Generalist
Beiträge: 1733
Registriert: 11.03.2010, 22:28

Beitrag von Generalist »

Was bei dieser Datenstruktur eine Spearman-Korrelation aussagen soll,
kann ich leider nicht erkennen.

Der nächstliegende Weg wäre, die Aktivitäten der Mitarbeiter der einzelnen
Genossenschaften geeignet zu aggregieren (zum Beispiel die durchschnittliche
Zahl der Aktivitäten der Mitarbeiter einer Genossenschaft), und diese Werte mit
der Aktivitätenzahl der Chefs zu korrelieren. Fallzahl wäre also n=10, da
jede Genossenschaft einen Fall bildet.
ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Beitrag von ria »

Das mit der Spearman-Korrelation hat mir auch mein Betreuer gesagt. Hier mal ein auszug aus seiner Email:
Beispiel Korrelation: Es wird immer die K. zwischen 2 Variablen gemessen, d.h. es müsste die Variable Nutzung durch Mitarbeiter und die Variable Nutzung durch Führungsperson für jeden Fall vorliegen. Normalerweise sind die einzelnen Fragebögen die Fälle, also funktioniert das nicht mit der Rohdatei. Sie schreiben ja auch sie haben die Grundgesamtheit aufgeteilt, nur fehlt mir jetzt die Information wie. Nach meinem Verständnis dürften jetzt nur noch die Mitarbeiterfragebögen, erweitert um die Variable Nutzung der jeweiligen Führungsperson, analysiert werden. Dann wäre eine Korrelation zwischen eigener Nutzung und Nutzung meiner Führungsperson sinnvoll. Das gäbe auch eine schöne Grafik: Auf der Ordinate Nutzung Führungsperson gegen Nutzung Mitarbeiter auf der Abszisse auftragen.
...
Für die erste These ist die Korrelation geeignet, allerdings müssen die Daten dementsprechend aufbereitet sein. Richtig ist es hier Spearman einzusetzen.
Ehrlich gesagt kann ich mit dieser Antwort nicht so viel anfangen...

kurz zum Verständnis deiner Antwort: ich bilde also den Mittelwert der Aktivität der Mitarbeiter für jede Genossenschaft, so dass ich am Ende 10 Werte habe und stelle diese dann direkt denen der Aktivitäten der Chefs gegenüber? Und dann eine Korrelation?
Generalist
Beiträge: 1733
Registriert: 11.03.2010, 22:28

Beitrag von Generalist »

Der Betreuer meinte wohl, eine Datei mit 156 Zeilen anzulegen, in denen
zum einen die Aktivität des einzelnen Mitarbeiters steht, zum anderen
in derselben Zeile die Aktivität des Chefs dieses Mitarbeiters.

Man kann dann eine hübsche Grafik machen und auch einen Spearman-
Koeffzienten berechnen. Allerdings ist es damit nicht möglich, einen gültigen
Signifikanztest durchzuführen. Denn die Resultate des Signifikanztests gehen
von der Voraussetzung aus, dass es sich um 156 voneinander unabhängige
Datenpaare handelt, was offensichtlich nicht der Fall ist, da ein und derselbe
Chef in mehreren Fällen (Datenpaaren) vorkommt.

Daher mein Vorschlag, die Genossenschaft als Analyseeinheit zu betrachten.
ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Beitrag von ria »

ok, das klingt logisch. Vielen Dank.
Aber die Spearman-Korrelation wäre in diesem Falle schon richtig?
ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Beitrag von ria »

ich hab das mal gemacht und hoffe ich hab alles richtig verstanden?

http://s1.directupload.net/images/120404/f7dvvrjp.png

Wenn ich das richtig interpretiere gibt es keinen Zusammenhang zwischen der Aktivität der Chefs und der Mitarbeiter, oder?
Generalist
Beiträge: 1733
Registriert: 11.03.2010, 22:28

Beitrag von Generalist »

Der Korrelationskoeffizient zwischen Aktivität des Chefs
und der durchschnittlichen Aktivität der Mitarbeiter ist
nicht unbedingt klein (rund 0,4), aber aufgrund der eher
geringen Zahl der Betriebe wird das nicht signifikant.

Ich würde übrigens zur Kontrolle auch mal den Median
statt den Mittelwert für die Mitarbeter ausprobieren.
ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Beitrag von ria »

Mit dem Median komme ich auf einen Korrelationskoeffiezienten von 0,28 und einer Signifikanz von 0,434.
das spricht also beides für einen schwachen Zusammenhang, richtig?

Vielen Dank für deine Hilfe!
Ich werde das jetzt mal in Textform packen und mich dann an die nächste These wagen: "Männer nutzen das Programm häufiger als Frauen".
Diese These würde ich mit Hilfe einer ANOVA machen...
ria
Beiträge: 8
Registriert: 04.04.2012, 13:20

Beitrag von ria »

ohman, jetzt hab ich das mal so gemacht:
Generalist hat geschrieben:Der Betreuer meinte wohl, eine Datei mit 156 Zeilen anzulegen, in denen
zum einen die Aktivität des einzelnen Mitarbeiters steht, zum anderen
in derselben Zeile die Aktivität des Chefs dieses Mitarbeiters.
und habe ein komplett anderes Ergebnis. der Korrelationskoeffizient liegt jetzt bei 0,183. Somit wird aus meinem "schwachen Zusammenhang" direkt ein "sehr schwacher Zusammenhang".
Oder verstehe ich hier wieder irgendwas falsch?
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