Hallo,
im Rahmen meiner Diplomarbeit evaluiere ich eine neue Gruppentherapie und untersuche die Auswirkung auf das aktuelle Befinden der teilnehmenden Gruppen.
Ich habe 6 Gruppen mit jeweils 10 Personen, die nacheinander an der Gruppentherapie teilgenommen habe. Die Therapie besteht aus 6 Sitzungen. Jeweils vor und nach der Sitzung habe ich die aktuelle Befindlichkeit erhoben. Mit welchen statistischen Methoden untersuche ich jetzt am besten die Wirksamkeit der Therapie?
Vielen Dank schonmal für die Hilfe!
Prä-Post-Vergleiche über mehrere Messzeitpunkte
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re
Zuerst wäre die Frage, wie die aktuelle Befindlichkeit erhoben wurde: kategorial oder auf z.B. auf Skalen
Zweite Frage wäre, ob für diese Tests, die ja sicherlich nicht zum ersten Mal durchgeführt werden, bereits Standards in der klinischen Forschung entwickelt wurden. Etwa in Vorgänger-Studien. Daran müsste man sich orientieren.
Dritte Frage wäre, ob die Pbn auf die einzelnen Gruppen und (!) Zeitpunkte zufällig verteilt wurden (randomisiert).
Vierte Frage wäre daher, ob von einem systematischen Einfluss der einzelnen Testzeitpunkte auszugehen ist (Zeiteffekte)
Eine weitere Frage ist die der praktischen Umsetzung und der eigenen handwerklichen Fähigkeiten.
Für verteilungsfreie Methoden in der Biostatistik haben Bortz/Lienert/Boehnke eine Reihe von Verfahren vorgeschlagen, die hier infrage kommen könnten [1], aber erst nach Klärung von F.: 1-5.
[1] http://www.amazon.de/gp/product/3540747 ... 3540747060
Zweite Frage wäre, ob für diese Tests, die ja sicherlich nicht zum ersten Mal durchgeführt werden, bereits Standards in der klinischen Forschung entwickelt wurden. Etwa in Vorgänger-Studien. Daran müsste man sich orientieren.
Dritte Frage wäre, ob die Pbn auf die einzelnen Gruppen und (!) Zeitpunkte zufällig verteilt wurden (randomisiert).
Vierte Frage wäre daher, ob von einem systematischen Einfluss der einzelnen Testzeitpunkte auszugehen ist (Zeiteffekte)
Eine weitere Frage ist die der praktischen Umsetzung und der eigenen handwerklichen Fähigkeiten.
Für verteilungsfreie Methoden in der Biostatistik haben Bortz/Lienert/Boehnke eine Reihe von Verfahren vorgeschlagen, die hier infrage kommen könnten [1], aber erst nach Klärung von F.: 1-5.
[1] http://www.amazon.de/gp/product/3540747 ... 3540747060
drfg2008
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Was heißt eigentlich "Ich habe 6 Gruppen mit jeweils 10 Personen, die nacheinander an der Gruppentherapie teilgenommen haben" ? Handelt es sich bei den Gruppen um Therapiegruppen, die in derselben Zusammensetzung 6 Sitzungen durchlaufen? Handelt es bei den Gruppen um Versuchsbedingungs-Gruppen und die 10 Mitglieder einer Versuchsbedingungs-Gruppe werden dann Therapiegruppen zugeteilt (aber nicht denselben).? Besonders das "nacheinander" ist unklar.
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also, hier einiges zur klärung:
- die aktuelle befindlichkeit wurde mit dem KAB erhoben, d.h. mit skalen
- die probanden sind patienten einer psychosomatischen klinik und werden von ihrem therapeuten für die gruppe vorgeschlagen. dann sind immer 10 leute in einer gruppe, die dann über drei wochen an 6 terminen stattfindet. danach ist die gruppe zu ende und es wird eine neue gruppe von 10 anderen patienten zusammengestellt, die dann in gleicher form abläuft. so sollte ich insgesamt auf ca 60 probanden kommen
- ich nehme an, dass es systematische zeiteffekte gibt und zwar in der form, dass sich das aktuelle befinden im laufe der teilnahme an der gruppe verbessert
- ich habe dann nach 6 terminen für jeden probanden 6 prä-werte (der KAB unmittelbar vor der sitzung erhoben) und 6 post-werte (der KAB direkt nach der sitzung erhoben)
ich hoffe, das macht die sache etwas verständlicher.
vielen dank für eure nachfragen.
- die aktuelle befindlichkeit wurde mit dem KAB erhoben, d.h. mit skalen
- die probanden sind patienten einer psychosomatischen klinik und werden von ihrem therapeuten für die gruppe vorgeschlagen. dann sind immer 10 leute in einer gruppe, die dann über drei wochen an 6 terminen stattfindet. danach ist die gruppe zu ende und es wird eine neue gruppe von 10 anderen patienten zusammengestellt, die dann in gleicher form abläuft. so sollte ich insgesamt auf ca 60 probanden kommen
- ich nehme an, dass es systematische zeiteffekte gibt und zwar in der form, dass sich das aktuelle befinden im laufe der teilnahme an der gruppe verbessert
- ich habe dann nach 6 terminen für jeden probanden 6 prä-werte (der KAB unmittelbar vor der sitzung erhoben) und 6 post-werte (der KAB direkt nach der sitzung erhoben)
ich hoffe, das macht die sache etwas verständlicher.
vielen dank für eure nachfragen.
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Und worin sollte sich der Überlegung nach die Wirksamkeit der Therapie wiederspiegeln (dass ohne eine Kontrollbedingung kausale Beziehungen zwischen Patientenbefinden und Therapie nicht wirklich nachgewesen werden können, lassen wir dabei einmal außer Acht), was ist/sind die Hypothese(n) bezüglich der zu den diversen Zeitpunkten erhobenen Werte?
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re
KAB wahrscheinlich der "Kurzfragebogen zur aktuellen Beanspruchung" . Gibt es dafür nicht schon ein (Re-) Testverfahren? [1]
Problematisch: "werden von ihrem therapeuten für die gruppe vorgeschlagen", also nicht randomisiert.
Ob das im eigentlichen Sinn Prä-/Post-Tests sind und nicht einfach nur Messwiederholungen in Form von Zeitreihen, wäre zu überlegen. Insbesondere werden Hintergrundvariablen eine Rolle spielen (keine Randomisierung auf Zeitpunkt und Gruppe). Die könnten über ein GLM ev. kontrolliert werden.
[1] erfaßt die situationsabhängige subjektive Beanspruchung von Jugendlichen und Erwachsenen, wobei Beanspruchung als Teilaspekt des momentanen Befindens und als eindimensionales bipolares Konstrukt definiert wird. Der KAB besteht aus den jeweils folgenden sechs bipolar angeordneten positiven und negativen Adjektiven: Jetzt fühle ich mich: angespannt/gelassen, beklommen/gelöst, unbekümmert/besorgt, unruhig/entspannt, skeptisch/vertrauensvoll und behaglich/unwohl, die eine 6-stufige Rangskala begrenzen. Das Erhebungsinstrument weist eine sehr kurze Bearbeitungsdauer von ein bis zwei Minuten auf und kann somit gut auch innerhalb kurzer Retestintervalle angewandt werden. Zu diesem Test liegt eine computergestützte Fassung im Hogrefe TestSystem vor.
Problematisch: "werden von ihrem therapeuten für die gruppe vorgeschlagen", also nicht randomisiert.
Das wären aber keine Zeiteffekte, sondern Effekte aus der Behandlung (Treatment).ich nehme an, dass es systematische zeiteffekte gibt und zwar in der form, dass sich das aktuelle befinden im laufe der teilnahme an der gruppe verbessert
da wäre generalist vielleicht besser informiert. GLM mit Messwiederholungen ?ich habe dann nach 6 terminen für jeden probanden 6 prä-werte (der KAB unmittelbar vor der sitzung erhoben) und 6 post-werte
Ob das im eigentlichen Sinn Prä-/Post-Tests sind und nicht einfach nur Messwiederholungen in Form von Zeitreihen, wäre zu überlegen. Insbesondere werden Hintergrundvariablen eine Rolle spielen (keine Randomisierung auf Zeitpunkt und Gruppe). Die könnten über ein GLM ev. kontrolliert werden.
[1] erfaßt die situationsabhängige subjektive Beanspruchung von Jugendlichen und Erwachsenen, wobei Beanspruchung als Teilaspekt des momentanen Befindens und als eindimensionales bipolares Konstrukt definiert wird. Der KAB besteht aus den jeweils folgenden sechs bipolar angeordneten positiven und negativen Adjektiven: Jetzt fühle ich mich: angespannt/gelassen, beklommen/gelöst, unbekümmert/besorgt, unruhig/entspannt, skeptisch/vertrauensvoll und behaglich/unwohl, die eine 6-stufige Rangskala begrenzen. Das Erhebungsinstrument weist eine sehr kurze Bearbeitungsdauer von ein bis zwei Minuten auf und kann somit gut auch innerhalb kurzer Retestintervalle angewandt werden. Zu diesem Test liegt eine computergestützte Fassung im Hogrefe TestSystem vor.
drfg2008